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Durch die Teilnahme 1993 an der an der ersten offenen Deutschen Meisterschaft in der IOM Klasse wurde ich angeregt mehrere 1m Bootsrümpfe mit verschiedenen Formen zu konstruieren und auszutesten. Mein letztes Boot war die oben abgebildete Probe 6 mit einem kreisrunden Spantenriß. Diese Boot segelte ich mit mehr oder weniger Erfolg bei verschiedenen Wettbewerben. Die Bootsform ist sicher gut bis zu 3 Windstärken. Da der Bootskörper keinen Formwiederstand hat. Leider springt mein Boot etwas schwer an, weil Lateralschwerpunkt und Segelschwerpunkt sehr dicht zusammen sind. Der Abstand zwischen Mast und Vorderkante Schwert sollte min. 3 cm sein. Das Boot ist eine reine Holzkonstruktion, wie alle meine Versuchsboote. Außerdem sollte diese Bootsklasse eine günstige Einsteigerklasse werden und durch die Material- und Gewichtsvorschriften ist es auch durchaus möglich ein wettbewerbsfähiges Boot aus Holz zu bauen.
Konstruktionsmerkmale
Rumpf: Für Rumpf und Deck können folgende Werkstoffe verwendet werden: Holz, Sperrholz, GFK, ABS, Polystyrol und Folienbespannungsmaterial. Die Länge soll 1000 mm incl. Bugfender nicht überschreiten. Der Bugfender muß mindestens 10 mm stark sein. Konkavitäten dürfen nicht mehr als 3 mm betragen. Der Tiefgang des Rumpfes ist auf 60 mm begrenzt.
Kielflosse und Ballast: Die Materialien für die Flosse sind freigestellt, sie muß abnehmbar sein und darf nur an einer Stelle befestigt werden können. Die Ballastbombe sollte aus Blei sein.
Ruder: Die Materialien hierfür sind nicht eingeschränkt.
Verdrängung: Das komplett ausgerüstete Boot muß mindestens eine Verdrängung von 4 kg haben. Kielflosse und Ballast sollen zusammen zwischen 2,2 und 2,5 kg wiegen. Das Ruder incl. Achse darf nicht schwerer als 75 g sein. Der Tiefgang soll zwischen 370 und 420 mm liegen.
Masten: Für die Masten ist als Material Holz oder ALU vorgesehen. Sie sollen einen Runden Querschnitt, durchgehend, von mindestens 10,9 mm haben und können mit einer Keep versehen sein.
Beschläge: Folgende Beschläge sind erlaubt: Ein Achterstagbügel, eine Befestigung für das Vorstag und das Fockfall, Befestigungen für die Wanten, ein Paar Salinge, ein Lümmelbeschlag, ein Niederholerbeschlag, Befestigungen für Kopf und Hals des Großsegels, eine Jackleine oder Ringe zum Anschlagen des Großsegels, ein Verklicker, ein höhenverstellbarer Mastfuß, eine verstellbare Maststütze und Befestigungen für Stage.
Takelung: Die Masten sollen verstagt werden durch: Ein Vorstag, ein Fockfall, ein Paar Wanten und ein Achterstag.
Bäume: Es gelten die gleichen Vorschriften wie für die Masten. Der Querschnitt darf 20 mm nicht überschreiten. Am Großbaum sind folgende Beschläge erlaubt: Verstellbare Befestigungen für Segelhals, Schothorn und Großschot, eine Befestigung für den Niederholer und eine für den Lümmelbeschlag. Am Fockbaum sind folgende Beschläge erlaubt: Verstellbare Befestigungen für Vorstag, Fockhals, Schothorn, Fockschot und Lagerung des Fockbaumes, eine Befestigung für eine Dirk und ein Gegengewicht aus Blei.
Segel: Die Segel müssen mit den Vermessungsvorschriften übereinstimmen, sie müssen sich aufrollen lassen, Folien sind erlaubt, Eckenversteifungen sollen nicht mehr als 125 mm betragen, Säume dürfen nicht breiter als 15 mm sein, Verstärkungen am Ende einer Naht sollen aus dem Segelmaterial und nicht größer als 50 x 50 mm sein, Strömungsfäden sind erlaubt. Das Großsegel erhält 3 Segellatten, jeweils an den Meßpunkten, die Segellatten sollen die Maße von 10 x 75 für die obere und 10 x 100 mm für die beiden unteren nicht überschreiten, Segeltaschen nicht größer als 25 x 95 bzw. 25 x 125 können angebracht werden. Die Großsegel sollen aus einheitlichem Material und max. 4 Bahnen bestehen, das Achterliek und Unterliek soll zwischen den Meßpunkten gerade verlaufen, die Segelbefestigung am Mast ist freigestellt, Hemdsegel sind nicht erlaubt. Die Vorsegel sollen aus einheitlichem Material und max. 3 Bahnen hergestellt werden, das Achterliek soll zwischen Kopf und Schothorn gerade geschnitten sein, das Vorliek kann am Vorstag befestigt werden, die Breite der Befestigungen soll nicht mehr als 1/10 der Vorliekslänge betragen, 2 Segellatten sind erlaubt in der Größe 10 x 75 mm mit Lattentaschen max. 25 x 95 mm.
Steuerung: Es dürfen nur 2 Fernlenkfunktionen verwendet werden, eine zur Steuerung des Ruders und eine zur Steuerung von Groß- und Fockschot, automatische oder elektronische Steuerungen oder Trimmeinrichtungen sind nicht erlaubt.
Materialbedarf für 1-m-Boot ( Eigenbau aus Holz wie „Probe 6“ )
1 Sperrholz 2 x 300 x 1000 Spanten usw. ; 1 Sperrholz 0,6 x 300 x 1000 Deck 36 Abachileisten 2 x 10 x 1000 ; 1 Sperrholz 2 x 300 x 500 Schwert u. Ruder alt. Schwert u. Ruder aus zwei 1 mm starken Platten mit CFK-Rohr 6 mm o. Stäbe ausfüllen und mit Harz vergießen ; ca. 300 g Epoxi-Harz ; ½ m² dünne Glasmatte ; 1 Holzleim ; 1 2-komponenten Kleber ; 1 m Selbstklebefolie ; 1 Dose Sprühspachtel ; ½ Dose Lackfarbe ; 1 Bleibombe 2,3 kg ; 1 Gewindestange M4 x 300 Mu ; 1 MS- Stange 4 x 200 Ruderachse ; 1 MS-Rohr 5 x 0,4 x 100 Ruderkoker ; 1 Anlenkhebel ; 2 Gabelstücke m. Drahtseilverbindungen ; 1 Alu- Rohr 12 x 1 x 2000 ; 1 Alu- Rohr 8 x 1 x 1000 ; 1 Mast- u.- Baumbeschlag ; 1 MS- Blech 0,5 mm für Baumringe ; 1 Satz Spanner mit Drahtseil f. Niederholer ; 1 MS-Rohr 3 x 0,4 x 200 m. Stahldraht f. Saling ; 1 Achterstagaufhängung ; 1 Drahtseil 0,6 mm x 10 m mit Seilklemmen ; 2 Wanten- spanner ; 6 TakeIhaken ; 1 MS- Draht (oder Stahldraht) 1 mm x 1000 ; 4 Seilklemmen- schieber ; 1m Mylar 65 g 130 br. oder Zeichenfolie ; 4 m doppelseitiges Klebeband 6 mm br. ; 1 m Klebetuch 5 cm br. ; 6 Segelösen ; 1 dünne Schnur oder Nylonfaden für Segelanbindung ; 20 m Schot Dynema 0,8 mm ; 4 Decksdurchführung ( KDH- Kunststoffnippel ) ; 2 Block Windenumlenkung ; 1 Segelwind z. B. „graupner-regatta“ ; 1 Fernsteuerung z. B. graupner 214 ; 1 Satz Accus .
Kurzbauanleitung
Decksplatte nach Umriss aufzeichnen; Spantenlinien, Schwertkasten, Aussparungen, Wartungsdeckel ( Kaffeedose) usw. aufzeichnen; aussägen. Spanten aufzeichnen ohne Decksbalken, entsprechend schachteln, max. 1 cm breit; aussägen. Decksplatte auf Bauplatte wellenfrei aufheften. Decksplattenverstärkungen u. Decksbalken m. entspr. Ausnehmungen aufkleben. Schwertkasten zusammenkleben und aufkleben. Spanten an Decksbalken kleben. Mittel-Bodenplanke über Schwertkasten kleben, danach Spantenabstände ausrichten und verkleben. Beplanken, an Decksoberkannte beginnen. Wenn Planken geschäftet werden müssen, diese zuerst anklammern, dann von innen anzeichnen und mit scharfem Messer anschäften. Planken nur mit wenig Kleber auf Spanten kleben. Gedichtet und verstärkt wird mit der später aufzubringenden Glasmatte.Bodenverstärkungen für Mastlager u. Ruderkoker einkleben, ebenfalls Lager für Ruderservo hinter Kielkasten, Segelwinde neben Kielkasten, Umlenkrollen im Bug u. Mastlagerrohr 2 cm vor Kielkasten einkleben. Rumpf innen gut mit Harz einstreichen, ergibt Versiegelung u. Verfestigung. Rumpf außen Unebenheiten beseitigen. Glasmatte außen mit Harz aufbringen. Schwertkasten unten öffnen und innen gut mit Harz einstreichen, überschüssiges Harz auslaufen lassen. Schwert und Ruder anfertigen, aus mehreren Schichten Sperrholz und entsprechend schleifen oder 2 dünne Sperrholzplatten 0,6 mm oder GFK-Platte über Kohlefaserrohr zusammenkleben und mit Harz ausfüllen. Bohren und Gewindestangen bzw. Ruderachse einkleben. Bleibombe im Schwerpunkt n. Zg. Mit Gewindestangen verkleben u. verspachteln. Silikon-Pfänder in Gipsform nach Holzkern ( Bugform angepasst ) anfertigen und nach fertigem Anstrich mit Silikon ankleben. Mast auf ca. 182cm absägen. Messpunkte 3cm, 25cm u. 163cm vom Top aus markieren. Achterstagaufhängung aus Blech oder Drahtbügel fertigen. 1 cm unter zweitem Messpunkt Anschlagösen, 1 mm MS-Draht, für Wanten vorsehen. 1 cm darunter, vorn 2 mm Bohrung zum Einhängen des Vorsegels. Ca. 93 cm vom Top 2 mm Bohrung für Saling ( 2 x MS-Rohr 3x0,4x80 mm ). 1 x Rohr auf Stahldraht 2 mm kleben. Baum und Niederholerbeschlag unterhalb des unteren Messpunktes anschrauben. Fockbaum ca. 8 x 1 x 400 mm. Großbaum ca. 8 x 1 x 360 mm. Baumschellen aus MS-Blech anfertigen. Für Segelschoten Durchführungen nach Zg. anfertigen, Alu-Rohr 8 x 1 mit Kunststoffnippel. Segel nach maßgenauem Aufriss in einzelnen Bahnen zuschneiden und über Wölbungsschablone nach F.K. Ries zusammenkleben mit entsprechenden Verstärkungen. Mastringe: dünne Schnur mit Bindezugabe ( Rundholz ca. 3 mm ). Segelspannung am Kopf mittels Seilklemmenschieber regulieren, ebenso das Achterstag.
Bauplan erhältlich bei m&whoppe@online.de
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